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 Betreff des Beitrags: Re: Motiv - Frauen auf Banknoten
BeitragVerfasst: Sa 18. Dez 2021, 20:22 
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Motiv - Frauen auf Banknoten

Frauendenkmal in Warschau


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 Betreff des Beitrags: Re: Motiv - Frauen auf Banknoten
BeitragVerfasst: So 16. Jan 2022, 13:04 
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Paraguay 5 Guaranies 1952


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 Betreff des Beitrags: Re: Motiv - Frauen auf Banknoten
BeitragVerfasst: Di 22. Feb 2022, 15:10 
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Motiv - Frauen auf Banknoten

Rumänien

Weltkatalog Pick Nummer 119Aa = 20 Lei 2021,

Ecaterina Teodoroiu ; geborene Cătălina Toderoiu ; 15. Januar 1894 – 3. September 1917) war eine rumänische Frau, die an der Front kämpfte und im Ersten Weltkrieg starb und als Heldin gilt von Rumänien .
Als Mitglied der rumänischen Pfadfinder hatte sie zunächst als Krankenschwester gearbeitet, sich dann aber entschieden, Frontsoldatin zu werden, tief beeindruckt vom Patriotismus der Verwundeten und dem Tod ihres Bruders Nicolae, einem Sergeant der rumänischen Armee . Es war eine ungewöhnliche Entscheidung für eine Frau dieser Zeit, weshalb sie eher widerwillig an die Front geschickt wurde. Mit der Unterstützung der rumänischen Königsfamilie konnte sie jedoch beim Militär dienen und wurde schließlich als Symbol angesehen.
Militärkarriere
Teodoroiu arbeitete als Krankenschwester und schloss sich am 27. Oktober 1916 den Zivilisten und den Reservesoldaten an, die kämpften, um den Angriff einer bayerischen Kompanie der 9. deutschen Armee an der Brücke über den Jiu-Fluss vor Târgu-Jiu abzuwehren . Beeindruckt von ihrem Mut lud die Königsfamilie sie am 6. November nach Bukarest ein.

Am 13. November ging sie an die Front, um ihren Bruder Nicolae, einen Unteroffizier im 18. Infanterieregiment, zu besuchen . Kurz darauf, am 14. November, wurde ihr Bruder bei Kämpfen in der Nähe von Porceni (heute Gornăcel, Schela, Gorj ) durch eine Artilleriegranate getötet.

Um den Tod ihres Bruders zu rächen, bat Teodoroiu Oberst Obogeanu, ihr zu erlauben, sich als Freiwillige dem 18. Infanterieregiment anzuschließen. Ihre militärischen Fähigkeiten stellte sie bald unter Beweis, indem sie eine List anwendete , um ihre vom Feind umzingelte Kompanie vor einer Gefangennahme zu bewahren: Nachdem sie auf Deutsch die Entscheidung des Regiments zur Kapitulation verkündet hatte, begann Teodoroiu zu schießen, tötete mehrere Deutsche und ließ die meisten zu des Unternehmens zu entkommen.

Sie wurde später während der Kämpfe auf den Höhen Rășina-Tunși - Peșteana in der Nacht vom 16. auf den 17. November 1916 gefangen genommen, konnte jedoch mit leichten Wunden entkommen, indem sie den deutschen Soldaten tötete, der sie mit einer Waffe bewachte sie hatte sich in ihrer Uniform versteckt. Die Deutschen schossen in der Dunkelheit auf die flüchtenden Rumänen und verletzten Teodoroiu am rechten Bein. Sie wischte dies jedoch beiseite und kehrte noch am selben Abend in die Kaserne zurück. Auf ihrer Flucht tötete sie mindestens zwei Deutsche.
Am 19. November war Teodoroiu in Scharmützel in der Nähe von Bărbătești und Țânțăreni verwickelt . Später an diesem Tag erreichten die Deutschen die Stadt Filiași . Bei Kämpfen in der Nähe von Filiași am selben Tag wurde sie durch eine Mörsergranate an beiden Beinen verwundet, nach Craiova evakuiert, dann nach Bukarest und später im König-Ferdinand-Militärkrankenhaus in Lași ins Krankenhaus eingeliefert . Sie erholte sich innerhalb weniger Monate von ihren Wunden und wurde am 5. Februar 1917 aus dem Krankenhaus entlassen.

Im Krankenhaus traf sie Leutnant Gheorghe Mănoiu, den Bruder eines ehemaligen Schulkollegen. Nach ihrer Freilassung bat sie darum, sich als freiwillige Krankenschwester seinem Infanterieregiment 43/59 anzuschließen.

Für ihre Tapferkeit wurde sie am 10. März 1917 mit der „Scout Virtue“-Medaille und der Military Virtue Medal , 2. Klasse, ausgezeichnet. Am 17. März 1917 wurde sie mit der Military Virtue Medal, 1. Class, zum Ehren-Second Lieutenant ( Sublocotenent ) ernannt König Ferdinand und erhielt das Kommando über einen 25-köpfigen Zug in der 7. Kompanie (43/59 Infanterieregiment, 11. Division), kommandiert von Leutnant Gheorghe Mănoiu.] Damit wurde sie die erste Offizierin der rumänischen Armee.

Beginnend mit dem 8. Mai 1917 wurde das Regiment in Codăești , Kreis Vaslui , einquartiert . Am 17. August bereitete sich das Regiment 43/59, Teil der Reserve der 1. Armee unter Führung von General Eremia Grigorescu , darauf vor, sich der bevorstehenden Offensive anzuschließen. Am 18. August verließ das Regiment Vaslui nach Tecuci, überquerte den Siret und lagerte im Wald von Malta Seacă nahe der Front.

Am 30. August bat der Kommandeur der 11. Division, General Ernest Broșteanu , sie freundlich, im mobilen Krankenhaus hinter der Front zu bleiben, aber Leutnant Teodoroiu lehnte ihn entschieden ab und bat darum, sich ihrem Zug anschließen zu dürfen zur bevorstehenden Schlacht .
Am 2. September grub sich das Regiment 43/59 auf dem Secului-Hügel im Gebiet Muncelu - Varnița ein.

Am 3. September 1917 wurden die rumänischen Linien vom 40. deutschen Reserveregiment der 115. Infanteriedivision mit Gewalt angegriffen . Als sie ihren Zug bei einem Gegenangriff anführte, wurde sie von Maschinengewehrfeuer in der Brust (nach einigen Berichten) oder am Kopf (nach anderen Berichten) getroffen. Gemäß dem Generalbefehl Nr. 1, der am nächsten Tag von Oberst Constantin Pomponiu, dem kommandierenden Offizier des Regiments 43/59, herausgegeben wurde, waren ihre letzten Worte vor ihrem Tod: „Vorwärts, Männer, gebt nicht auf, ich!“ Ich bin immer noch bei Euch!"
Vermächtnis

Nach dem Krieg wurde Ecaterina Teodoroiu in den Status einer Heldin des rumänischen Volkes erhoben. Henri Berthelot nannte sie wegen ihrer herausragenden Tapferkeit, ihres Patriotismus und ihrer Selbstaufopferung sogar die „ Jeanne d'Arc von Rumänien“.

Ursprünglich nahe der Front in Fitioneşti begraben , wurden ihre sterblichen Überreste im Juni 1921 in einer Krypta im Stadtzentrum von Târgu Jiu beigesetzt. Ihr Grab wird durch ein Denkmal geehrt, das 1936 von Milița Petrașcu errichtet wurde .

1921 erhielt das Infanterie-Regiment 43/59 den Ehrennamen „Ecaterina Teodoroiu“. 1937 erhielt die Mädchenoberschule in Târgu-Jiu durch königlichen Erlass ihren Namen (derzeit das National College "Ecaterina Teodoroiu"). 1938 wurde ihr Geburtshaus zu einem Gedenkhaus.


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 Betreff des Beitrags: Re: Motiv - Frauen auf Banknoten
BeitragVerfasst: Mo 18. Apr 2022, 08:28 
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 Betreff des Beitrags: Re: Motiv - Frauen auf Banknoten
BeitragVerfasst: Di 24. Mai 2022, 09:43 
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Green Banknote


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BeitragVerfasst: Do 7. Jul 2022, 13:36 
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French Equartorial Africa


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BeitragVerfasst: Di 30. Aug 2022, 14:03 
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Sierra Leone

Welt Katalog Nummer 38 = 20 Leones 2022 - Währungsreform

Constance Agatha Cummings-John (* 7. Januar 1918 in Freetown; † 21. Februar 2000) war eine sierra-leonische Frauenrechtlerin, Politikerin und Lehrerin.
Sie gründete die Frauenorganisation Sierra Leone Women's Movement (SLWM). In kolonialer Zeit setzte sie sich für die Unabhängigkeit Sierra Leones ein und agierte auf internationaler Ebene gegen Kolonialismus und für die rechtliche Gleichstellung der Frau. Nach der Unabhängigkeit des Landes hatte sie einen Mandat als Abgeordnete der Sierra Leone Peoples Party (SLPP) im Parlament inne.
1966 war sie Bürgermeisterin von Freetown.
Cummings-John ist seit dem 1. Juli 2022 auf der 20-Leone-Banknote abgebildet.


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 Betreff des Beitrags: Re: Motiv - Frauen auf Banknoten
BeitragVerfasst: Fr 17. Feb 2023, 19:07 
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Catherine Helen Spence (* 31. Oktober 1825 in Melrose, Schottland; † 3. April 1910) war eine australische Schriftstellerin, Feministin und Sozialreformerin, die 1854 mit Clare Morrison den ersten von einer Frau geschriebenen Roman über das Leben in Australien verfasste.
Leben
Catherine Helen Spence emigrierte mit ihrer Familie 1839 von Schottland nach Australien und verfasste 1854 mit Clare Morrison den ersten von einer Frau geschriebenen Roman über das Leben in Australien.
In der Folgezeit schrieb sie fünf weitere Romane, wobei der letzte davon, Handfasted (1884), erst posthum veröffentlicht wurde. Ihr Interesse an der Sozialen Frage in Australien führte sie dazu, eine Vortragsreise durch das Vereinigte Königreich und die USA abzuhalten.
Ihren Einsatz für eine proportionale Geschlechterverteilung in öffentlichen Vertretungen beschrieb sie in ihrem Buch A Plea for Pure Democracy (1861). Darüber hinaus war sie Verfasserin des ersten Textbuchs zu sozialen Studien in Australien, das 1880 unter dem Titel The Laws We Live Under erschien.
Mitte der 1890er Jahre trat sie für die Errichtung des Australischen Bundes ein, der am 1. Januar 1901 begründet wurde. Nach der Gründung des Australischen Repräsentantenhauses aufgrund der Verfassung von Australien war sie die erste Frau, die für dieses Parlament, wenn auch erfolglos, kandidierte.
1910 erschien posthum ihre Autobiografie mit dem Titel Catherine Helen Spence: an Autobiography, die von Jeanne Young vervollständigt und herausgegeben wurde.
Zum hundertjährigen Jubiläum der Gründung des Australischen Bundes wurde sie 2001 durch eine Sonderbanknote des australischen Dollar geehrt: Gemeinsam mit dem „Vater des Australischen Bundes“ und fünfmaligen Premierminister von New South Wales Sir Henry Parkes erschien ihr Porträt auf einem fünf Dollar-Schein.


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BeitragVerfasst: Sa 15. Apr 2023, 14:20 
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Policarpa Salavarrieta, genannt La Pola, (* um 1795 in Guaduas bei Bogotá; † 14. November 1817 in Bogotá) war eine kolumbianische Unabhängigkeitskämpferin.
Leben und Wirken
Die bereits früh zur Vollwaisen gewordene Salavarrieta entstammte der dörflichen Unterschicht und kam schon in Jugendjahren mit den Ideen der kolumbianischen Unabhängigkeit vom spanischen Vizekönigreich Neugranada (causa patriota) in Kontakt, da ihr Heimatort von Rebellen als Rückzugsgebiet genutzt wurde. Mit 17 ging sie als Damenschneiderin nach Bogotá, wo sie beruflich in den Häusern der Oberschicht verkehrte, aber ebenso zu den politischen Zirkeln der kolumbianischen Patrioten Zugang hatte, mit deren Sache sie sympathisierte. 1812 wurde sie durch einen Oberst aus den Reihen der conspiradores mit Spionageaufgaben betraut, da sie durch ihre Tätigkeit bei den politischen Gegnern ein und aus gehen konnte, ohne Verdacht zu erregen. Dabei erlangte und übermittelte sie Informationen über Stärke und Pläne des spanischen Militärs im Land, organisierte materielle Unterstützung der Rebellen und stiftete Soldaten zur Fahnenflucht an.
Trotz einer vom gerade ernannten Feldmarschall, Kommandierenden in Bogotá und späteren Vizekönig Juan de Sámano angeordneten Fahndung nach der Aufdeckung des Informations- und Güterschmuggels im Herbst 1817 lehnte Salavarrieta eine Flucht ab und setzte ihre Arbeit fort, wurde verhaftet und im November vom erst kurz zuvor gegründeten „ständigen Kriegsrat“ (Consejo Permanente de Guerra) zum Tod verurteilt. Am 14. November wurde sie mit sieben weiteren Rebellen in Bogotá erschossen.
Gedenken
Im Leben wie im Angesicht des Todes wird Salavarrieta besondere Standhaftigkeit und Heldenmut zugeschrieben. Bald wurde ihr Schicksal vielfach dichterisch verarbeitet. Historiker und Biographen des 19. Jahrhunderts stilisierten sie zuweilen als Vertreterin des Archetypus der klassischen weiblichen Freiheitsheldin. Dennoch bietet ihr historisch verbürgtes Handeln in einem von Männern dominierten Umfeld wie auch ihre ärmliche Herkunft bis heute durchaus auch andere Anknüpfungspunkte.
Salavarrietas gilt als wichtigste Frau im Unabhängigkeitskampf. Ihr Körper fand Eingang in das nationale Pantheon in der Kirche Vera Cruz in Bogotá. Ihren Namen tragen Straßen, Schulen und Orte. Ihr Konterfei ist auf mehreren kolumbianischen Banknoten abgebildet, aktuell auf dem 10.000-Peso-Geldschein. Sie erschien 1910 außerdem wie andere Helden des Freiheitskampfes auf einer Briefmarkenserie zum 100. Jahrestag der Unabhängigkeit. Ihr Todestag ist seit 1967 der offizielle Tag der kolumbianischen Frau.


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BeitragVerfasst: Di 23. Mai 2023, 19:17 
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Clara Zetkin
(1857–1933)
Sozialistin, Pazifistin und Kämpferin für die Rechte von Frauen
Als eine der bedeutendsten Vertreterinnen der Arbeiterbewegung und der proletarischen Frauenbewegung in Deutschland und Europa kämpfte Clara Zetkin vor allem für die gesellschaftlichen Rechte und für die ökonomische Unabhängigkeit der Frauen. Der mitreißenden Rednerin und politischen Aktivistin gelang es, zu überzeugen – auch in ihrer Partei, der SPD. 1891 nahm diese die Gleichberechtigung der Frauen in das Parteiprogramm auf, 1895 stellte die SPD-Fraktion im Reichstag den Antrag auf ein allgemeines, gleiches und direktes Wahlrecht auch für Frauen. Nachhaltig wirkte Clara Zetkin in der Internationalen Frauenbewegung. 1907 wurde sie auf der ersten Internationalen Konferenz sozialistischer Frauen in Stuttgart zur Vorsitzenden des Internationalen Frauensekretariats gewählt und begründete zusammen mit Käte Duncker den Internationalen Frauentag, der 1911 unter dem Motto „Heraus mit dem Frauenwahlrecht“ erstmalig begangen wurde. Zetkin war überzeugte Pazifistin und kämpfte zusammen mit Rosa Luxemburg – anders als die Mehrheit ihrer Parteigenossen – gegen den aufziehenden Ersten Weltkrieg. Nach dem Zerwürfnis mit ihrer Partei in der Kriegsfrage wurde sie Kommunistin.
Clara Josephine Zetkin, geb. Eißner, wurde am 5. Juli 1857 im sächsischen Wiederau geboren. Ihr Vater war Dorfschullehrer, Kantor und Anhänger der 1848er-Revolution. Die Mutter war in der bürgerlichen Frauenbewegung aktiv. 1878 absolvierte Clara Zetkin in Leipzig das Examen zur Fachlehrerin für moderne Sprachen und arbeitete zunächst als Hauslehrerin. Im selben Jahr trat sie in die Sozialistische Arbeiterpartei (SAP), die spätere SPD, ein. Im russischen Tischler Ossip Zetkin fand sie den geliebten Lebenspartner und politischen Gefährten. Sie nahm seinen Namen an, heiratete aber nicht – wohl nicht nur als Verfechterin einer freien Liebe, sondern auch, um die deutsche Staatsbürgerschaft nicht zu verlieren. Die beiden hatten zwei Söhne.
Die Zeit der Sozialistengesetze „gegen die gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ (1878–1890) verbrachte Clara Zetkin mit der Familie im Pariser Exil. Hier setzte sie sich intensiv mit dem Marxismus auseinander und wurde in der Arbeiter- und proletarischen Frauenbewegung aktiv. 1889 begann ihre politische Karriere auf dem Internationalen Arbeiterkongress in Paris mit ihrer berühmten Rede „Für die Befreiung der Frau“. Im selben Jahr starb ihr Lebenspartner Ossip an Tuberkulose. Clara Zetkin kehrte 1891 mit den Söhnen nach Deutschland zurück und ließ sich in Stuttgart nieder, wo sie die Redaktion der SPD-Frauenzeitschrift „Die Gleichheit – Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen“ leitete. 1899 heiratete sie den Porträtmaler Georg Friedrich Zundel. Im gemeinsamen Haus in Sillenbuch traf sich die internationale sozialistische Elite. Das Paar ließ sich 1928 scheiden.
Als erste Frau rückte Clara Zetkin in die Führungsspitze der SPD auf und war von 1909 bis 1917 im Parteivorstand tätig. Im Zuge des Ersten Weltkrieges kam es jedoch zum Bruch. Gegen die Zustimmung der SPD zur „Burgfriedenspolitik“ und zu den Kriegskrediten agitierte sie unter anderem mit einem Aufruf an die Arbeiterinnen aller Länder, mit Sabotageakten gegen den Krieg zu kämpfen. Wegen versuchten Landesverrats wurde sie deswegen vier Monate inhaftiert. Das Zerwürfnis mit der SPD war endgültig, als sich Clara Zetkin, die hoffnungsvoll auf Lenins Revolution in Russland blickte, dem Spartakusbund und der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei (USPD) zuwandte. Nun wurde ihr die Leitung der „Gleichheit“ entzogen.1919 trat sie der neu gegründeten Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei, für die sie als eine der ersten Frauen 1919 in die Verfassunggebende Landesversammlung Württembergs und von 1920 bis 1933 als Abgeordnete in den Reichstag gewählt wurde. Gebrechlich und fast erblindet hielt sie dort 1932 als Alterspräsidentin ihre letzte Rede und rief zur Einheitsfront gegen den Faschismus auf.
In den 1920er-Jahren fand Clara Zetkin in der Sowjetunion eine zweite, auch politische Heimat. Mit Lenin und dessen Frau befreundet, konzentrierte sie sich auf die kommunistische Weltbewegung und übernahm zahlreiche Ämter wie die Leitung der Zeitschrift „Die Kommunistische Fraueninternationale“ (1921–1925) oder den Vorsitz der Internationalen Roten Hilfe und des Roten Frauen- und Mädchenbunds (1925–1933). In der KPD vertrat Zetkin den gemäßigten Flügel und geriet als Gegnerin des späteren sowjetischen Diktators Josef Stalin und des Parteivorsitzenden Ernst Thälmann zunehmend ins politische Abseits. Nach außen hin hoch dekoriert, wurde die durch ihre sozialdemokratischen Wurzeln „belastete“ Genossin zusehends vom politischen Geschehen ausgeschlossen.
Clara Zetkin starb am 20. Juni 1933 in Archangelskoje bei Moskau. Ihre Urne wurde an der Kremlmauer in Moskau beigesetzt. Stalin persönlich trug sie bei der Beisetzung. In der früheren DDR wurde Zetkin als Ikone der kommunistischen Bewegung verehrt. In Stuttgart-Sillenbuch trägt das Waldheim ihren Namen. Seit 2011 vergibt die Partei „Die Linke“ den Clara-Zetkin-Preis für herausragende Leistungen von Frauen in Gesellschaft und Politik.


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